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PUBLICA informiert Senkung des Umwandlungssatzes: Wie erfolgt die Abfederung? Eine Übersicht

PUBLICA informiert Senkung des Umwandlungssatzes: Wie erfolgt die Abfederung? Eine Übersicht

Einleitung

Die Anpassung der technischen Parameter ist für die Versicherten von PUBLICA im neuen, tieferen Umwandlungssatz ersichtlich. Im Alter 65 beträgt der Umwandlungssatz ab nächstem Jahr 5,09 Prozent statt wie bisher 5,65 Prozent. Dies ergibt im Vergleich zur bisherigen Lösung – bei gleich hohem Altersguthaben – rund 10 Prozent tiefere Renten.

Die Notwendigkeit dieser Massnahme war im Grundsatz unbestritten. Ebenso unbestritten war jedoch auch, dass um 10 Prozent tiefere Renten den Versicherten nicht zugemutet werden können. So entstanden, nach intensiven Verhandlungen in der Kassenkommission, in den paritätischen Organen der Vorsorgewerke sowie mit den Arbeitgebenden, je nach Vor­sorgewerk leicht unterschiedliche Lösungen. In ihrer Gesamtheit führen sie dazu, dass im Durchschnitt etwa die Hälfte der Kürzungen kompensiert werden. Bei den Versicherten über 60 Jahre ist die Kompensation noch höher.

Die Organe von PUBLICA sind überzeugt, dass damit die Lösungen insgesamt sowohl für die Versicherten als auch für die Arbeitgebenden zumutbar sind.

Wir können an dieser Stelle nicht alle Lösungen der 13 offenen Vorsorgewerke im Detail präsentieren. Wir möchten aber aufzeigen, welche Komponenten zum Einsatz kommen, und wie diese aussehen.

Die Abfederungskomponenten

Aus dem Beispiel in der Grafik ist ersichtlich, dass für die Beibehaltung der vollen Leistungen im Alter 65 ein um 11 Prozent höheres Alters­guthaben angespart werden müsste. Für eine Jahresrente von CHF 36’000 würden neu CHF 707’269 benötigt. Bisher reichten CHF 637’168 aus. Die Rechnung hierzu:
CHF 707’269 × 5,09 Prozent = CHF 637’168 × 5,65 Prozent = CHF 36’000. Sollte für alle Versicherten die Senkung des Umwandlungssatzes voll kompensiert werden, so müssten also einerseits:

  • die künftigen Sparbeiträge (Altersgutschriften) um 11 Prozent erhöht werden (Achtung: nicht um 11 Prozent-Punkte); und andererseits
  • das bisher erworbene Altersguthaben um 11 Prozent erhöht werden.

Der Umwandlungssatz sinkt von 5,65 auf 5,09 Prozent: Wirkung von Abfederungsmassnahmen (PDF, 70 KB)

Tabelle Rentenaufwertung

Alter 1.1.2019* Aufwertung in % des
Altersguthabens Männer
Aufwertung in % des
Altersguthabens Frauen
70 10,07% 10,07%
69 10,24% 10,24%
68 10,39% 10,39%
67 10,74% 10,74%
66 11,07% 11,07%
65 11,00% 11,00%
64 11,00% 11,00%
63 10,41% 11,00%
62 09,63% 10,41%
61 08,64% 09,63%
60 07,07% 08,06%

*Zwischenwerte der Altersstufen ab Alter 60 werden für die Berechnung der Aufwertung auf Monate linear Interpoliert.

Eine solche volle Kompensation konnte sich diesmal kein Vorsorgewerk für alle Versicherten leisten. Tendenziell wurde die Priorität auf die älteren Versicherten gelegt. Je näher jemand am 1. Januar 2019 beim ordentlichen Renten­alter liegt, desto höher ist die Abfederung.

Der «Baukasten», aus dem die Vorsorgewerke ihre Abfederungskonzepte erstellten, besteht aus vier möglichen Komponenten:

  1. Erhöhung der Sparbeiträge (Altersgut­schriften)
  2. Rentenaufwertung ab Alter 60
  3. Einlagen ins Alterskapital (Altersguthaben)
  4. Nominelle Besitzstandsgarantie

1. Erhöhung der Sparbeiträge (Altersgutschriften)

Da PUBLICA gleichzeitig per 1. Januar 2019 die Risikoprämien senken kann, ergibt sich ein Potential zur kostenneutralen Umlagerung von Risikoprämien in eine Erhöhung der Sparbei­träge (Altersgutschriften). Dieses wurde von allen Vorsorgewerken genutzt. Darüber hinaus wurden teilweise die Sparbeiträge weiter erhöht, mit und ohne Beteiligung der Versicherten. Dabei fällt die Erhöhung der Sparbeiträge unterschiedlich aus, nicht nur von Vorsorgewerk zu Vorsorgewerk, sondern auch innerhalb eines Kollektivs, abhängig von der Altersstufe. Die gesetzliche Limitierung der Arbeitgeber-Sparbeiträge führte dazu, dass für mehrere Vorsorgewerke, deren Arbeitgeber dem Bundespersonalgesetz unterstehen, eine weitergehende Erhöhung von Arbeitgeber-Sparbeiträgen nicht mehr oder nur teilweise in Frage kam. Dies hängt damit zusammen, dass die Vorsorgewerke unterschiedliche Altersstrukturen der Versicherten aufweisen.

Wie die neuen Beitragssätze ab 1. Januar 2019 in Ihrem Vorsorgewerk aussehen, erfahren Sie durch Ihr Vorsorgewerk bzw. Ihren Arbeitgeber. Die geänderten Vorsorgereglemente und -pläne werden ausserdem im Januar 2019 auf publica.ch publiziert.

2. Rentenaufwertung ab Alter 60

Für Versicherte mit Jahrgang 1958 und älter wird die Altersrente auf den Zeitpunkt der Pensionierung mit einem altersabhängigen Zuschlag aufgewertet. Die Aufwertung wird mittels Multiplikation des individuellen Vor­sorgeguthabens per 31. Dezember 2018 mit dem Umwandlungssatz in obenstehender Tabelle berechnet.

Die Aufwertung erhält nur, wer vor dem 1. Januar 2019 seit mindestens einem Jahr ohne Unterbruch im selben Vorsorgewerk versichert war. Wird nach dem
1. Januar 2019 Kapital abgezogen, so wird diese Aufwertung proportional zum bezogenen Kapital gekürzt. Freiwillige Einkäufe, Rückzahlungen von aus­bezahlten Beträgen infolge Vorbezugs für Wohneigentum oder Scheidung, welche ab dem 1. Januar 2016 getätigt wurden, werden für die Aufwertung nicht berücksichtigt.

Diese Rentenaufwertung (siehe Grafik) gilt für alle Vorsorgewerke, sie ist die erste Mindestvorgabe der Kassenkommission.

Beispiel
Eva Muster ist im Dezember 1956 geboren. Im Zeitpunkt der Umstellung
(am 1. Januar 2019) ist sie demnach 62 Jahre alt. Per 31. Dezember 2018 hat sie ein Altersguthaben von CHF 500’000 erworben (keine Einkäufe nach dem 1. Januar 2016). Wenn Frau Muster später – wann spielt keine Rolle – in Pension geht und die Rente bezieht, wird ihr dannzumaliges Altersguthaben um CHF 52’050 erhöht werden (10,41 Prozent × 500’000 = 52’050), wodurch die Rente entsprechend aufgewertet wird.

Aufwertungen gibt es auch in den Bereichen der Invaliden- und Hinterlassenenrenten, die hier nicht näher erläutert werden. Für die Details verweisen wir auf die reglementarischen Bestimmungen.

3. Einlagen ins Alterskapital (Altersguthaben)

Die Vorsorgewerke haben abgesehen von der Rentenaufwertung zusätzliche Einlagen in das Altersguthaben beschlossen, insbesondere für Versicherte unter 60 Jahren. Damit wird erreicht, dass die Renteneinbussen für unter 60-Jährige nicht sprunghaft zunehmen. Bei den meisten Vorsorgewerken beschränken sich
die Renteneinbussen dank dieser Einlagen – zusammen mit der Erhöhung der Sparbeiträge – auf etwa 5 Prozent.

Je nach Beschluss des Vorsorgewerks kann die Einlage auf zwei verschiedene Arten erfolgen:

Variante 1
Sofortige Gutschrift der Einmalein­lage per 1. Januar 2019. Die Einlage wird sofort erworben, erhöht das Altersguthaben und die erworbene Austrittsleistung (Freizügigkeitsleistung). Eine nachträgliche Kürzung findet nicht statt.

Variante 2
Die Einmaleinlage wird über drei Jahre gestaffelt erworben: Mit jedem Monat Beitragsdauer ab 1. Januar 2019 wird 1/36 der Einlage erworben bzw. dem Altersguthaben gutgeschrieben. Erfolgt also z.B. ein Austritt per
31. Dezember 2019, so ist ein Drittel (12/36) erworben und somit Bestandteil der Austrittsleistung. Wird das Altersguthaben ohne Austritt infolge Kapitalbezugs geschmälert (z.B. infolge Vorbezugs für Wohneigentum), so wird der noch nicht erworbene Teil dieser Einlage proportional zum Kapitalabfluss gekürzt.

Wie hoch die Einlagen für die jeweiligen Altersstufen sind und welche Variante Ihr Vorsorgewerk gewählt hat, entnehmen Sie den Informationen Ihres Vorsorgewerks bzw. Ihres Arbeitgebers.

4. Nominelle Besitzstandsgarantie auf der Altersrente

Versicherte Personen, die vor dem 1. Januar 2019 bereits 60 Jahre oder älter wurden, haben bei Pensionierung mindestens Anspruch auf diejenige Altersrente, wie sie sich bei einer Alterspensionierung auf den 31. Dezember 2018 (Stichtag der Berechnung) zum bisherigen Umwandlungssatz ergeben hätte. Damit soll sichergestellt werden, dass die Rente nach dem 1. Januar 2019 nicht tiefer ausfällt als bei einer Pensionierung vor diesem Stichtag. Dies soll mithelfen, dass keine Welle von vorzeitigen Pensionierungen erfolgt. Die Garantie «greift» in der Regel nur wenige Monate, da sich durch die Weiterarbeit sowohl das Altersguthaben als auch der Umwandlungssatz monatlich erhöht, so dass die «neue» (d.h. mit dem neuen Umwandlungssatz errechnete) Altersrente nach wenigen Monaten der Weiterarbeit höher ist als die per 31. Dezember 2018 errechnete Besitzstandsgarantierente. Vermindert sich das Altersguthaben nach dem 1. Januar 2019, insbesondere infolge Vorbezugs für Wohneigentum, Ehescheidung, Teilpensionierung, Kapitalbezug der Altersleistung oder Austritt aus dem Vorsorgewerk, so entfällt diese Besitzstandsgarantie vollumfänglich.

Diese nominelle Besitzstandsgarantie gilt für alle Vorsorgewerke, sie ist die zweite Mindestvorgabe der Kassenkommission.

Was gilt nun für Sie?

Die Lösungen zur Abfederung des tieferen Umwandlungssatzes orientieren sich bei allen Vorsorgewerken an den aufgeführten Baukasten-Komponenten. Die Rentenaufwertung und die nominelle Besitzstandsgarantie sind Mindestvorgaben der Kassenkommission, gelten somit für alle Vorsorgewerke. Weitere Massnahmen, wie die Anpassung der Sparbeiträge, Einlagen ins Alterskapital sowie eine allfällige, über die Mindestvorgaben der Kassenkommission hinausgehende Rentenaufwertung ersehen Sie aus den Informationen Ihres Vorsorgewerks bzw. Ihres Arbeitgebers.

Wenden Sie sich bei Fragen an Ihre Kunden­beraterin bzw. Ihren Kundenberater, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Versicherte der «Übergangsgeneration» haben im Mai 2018 eine Information von PUBLICA erhalten; die übrigen Versicherten erhalten im 1. Quartal 2019 Ihren Vorsorgeausweis, berechnet mit den neuen, per 1. Januar 2019 gültigen Parametern.

Pensionskasse des Bundes
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