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Nr. 2 – 2021 Editorial

Nr. 2 – 2021 Editorial

Foto von Jorge Serra

Jorge Serra

Präsident der Kassenkommission

Liebe Leserin, lieber Leser

Am 1. Juli hat die neue vierjährige Amtsdauer der Kassenkommission (KAKO), dem obersten Organ von PUBLICA, begonnen. Die neu zusammengesetzte KAKO hat mich für die nächsten zwei Jahre zum Präsidenten gewählt. Diese Wahl ehrt mich, und ich freue mich auf die herausfordernde Tätigkeit sowie die Zusammenarbeit in den Gremien und mit der Geschäftsleitung. 

Die neue KAKO ist jünger und weiblicher geworden. Auf Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liegt der Frauenanteil bei 50 Prozent! Das hat schon fast etwas Pionierhaftes, sind doch viele Pensionskassen-Gremien in diesem Land nicht nur überaltert, sondern auch vorwiegend männlich. Da trifft es sich gut, dass in unserem Magazin eine neue Rubrik entstanden ist mit dem Titel: «BVG: Frauen sorgt vor!» Wenig später startete das neue Versichertenportal, in dem die PUBLICA-Versicherten online ihr individuelles Altersguthaben und eine allfällige Einkaufsmöglichkeit abfragen können. Eine wich­tige und zeitgemässe Dienstleistung für unsere Versicherten.

PUBLICA als Sammeleinrichtung mit 12 offenen und 7 geschlossenen Vorsorgewerken ist etwas kompliziert aufgestellt. Das hat der Gesetzgeber so gewollt. Aufgabe der KAKO ist es, die Vorgaben bestmöglich umzusetzen, allenfalls zu optimieren und die bestehende Überstrukturierung wo möglich abzubauen. Auf jeden Fall ist ein enger und vertrauensvoller Dialog mit den paritätischen Organen der Vorsorgewerke nötig. Wenn schliesslich noch das Verhältnis zum Bund als Stifter und Hauptarbeitgeber verbessert wird und etwa die Normenkollision zwischen PUBLICA-Gesetz, Bundespersonalgesetz und BVG bereinigt werden kann, dann wäre viel gewonnen, und die KAKO könnte sich verstärkt ihren Kernaufgaben widmen; denn auf strategischer Ebene stehen einige Herausforderungen an. 

Die KAKO hat sich schon in der letzten Amtsdauer zu einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Investitionspolitik bekannt. Die über 40 Milliarden Vorsorgevermögen unserer Versicherten sollen nach ethischen, sozialen und ökologischen Kriterien investiert werden. Dieser eingeschlagene Weg muss weitergeführt werden, was aber anspruchsvoll ist. Besteht doch die Gefahr des Etikettenschwindels und des Greenwashings. Das heisst, dass sich Unternehmen, in die wir investieren, als umweltfreundlicher ausgeben, als sie es tatsächlich sind. Oder dass wir bei Banken und Fondsgesellschaften Produkte kaufen, bei denen bloss der Anstrich ökologisch oder nachhaltig ist. Bis hier Transparenz herrscht und die Produkte halten, was sie versprechen, dürfte es noch ein langer Weg sein.

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten und die nach wie vor steigende Lebenserwartung begleiten uns schon länger. Und sie werden es auch weiterhin tun. Zieht die Inflation tatsächlich an? Werden die Zinsen wieder einmal steigen? Und wenn ja, wann? Können oder sollen wir die Anlagestrategie ändern? Müssen wir den technischen Zinssatz und damit den Umwandlungssatz zum wiederholten Mal senken? Aufgabe der KAKO ist es, im Interesse aller Versicherten nach den besten Lösungen zu suchen und diese natürlich zu finden.

Winterliche Grüsse
Jorge Serra

Pensionskasse des Bundes
PUBLICA

Eigerstrasse 57
3007 Bern
Schweiz

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