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Nr. 1 – 2022 Kennen Sie eigentlich ...?

Nr. 1 – 2022 Kennen Sie eigentlich ...?

«Der Gerechtigkeitssinn zieht sich durch mein Leben»

Sandra Zurbuchen

Verbindet zwei Welten: Unihockey-Schiedsrichterin und Teamleiterin bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Sandra Zurbuchen ist Unihockey-Schiedsrichterin auf höchstem Niveau und hat mit ihrer Kollegin ­zusammen den Final der Männer-WM 2021 und den
NLA-Superfinal 2022 geleitet. Parallel dazu führt sie ein Team bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Wie viele Personen dort nach ihrer Pfeife tanzen, ob eine der beiden Aufgaben für sie spannender ist und wie sie für ihre Zukunft vorsorgt, verrät Sandra Zurbuchen im Interview.

Als Unihockey-­Schiedsrichterin leiten Sie Spiele auf WM-Niveau. Wie viele Leute tanzen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung nach Ihrer Pfeife und was ist dort Ihre Aufgabe?

Ich leite ein Team, das bei den kantonalen Steuerverwaltungen Kontrollen durchführt. Wir sorgen unter anderem für die rechtsgleiche Erhebung der direkten Bundessteuer, die durch die kantonalen Steuerverwaltungen veranlagt werden. Ich führe sieben Personen, zwei Frauen und fünf Männer. Pro Woche sind wir durchschnittlich an drei Tagen bei den kantonalen Steuerverwaltungen im Einsatz und überprüfen in den Steuerdossiers, ob bei der direkten Bundessteuer alles korrekt gelaufen ist. Mir ist wichtig, gut und konstruktiv mit den Kantonen zusammenzuarbeiten. Wenn ich sehe, dass man etwas verbessern könnte, mache ich diese Erkenntnis auch anderen zugänglich.

Als aussenstehende Person stellt man sich die Tätigkeit als Unihockey-
Schiedsrichterin spannender vor als die Arbeit bei der Steuerverwaltung. Täuscht dieser Eindruck?

Ich könnte nicht sagen, was spannender ist. Beim Sport geht es um Leidenschaft, Erfolge und den Sieg. Im Job sind eher der Sinn und die Erfüllung wichtiger. Es gibt Parallelen, die sind kein Zufall. Ich muss mich ja in beidem wohlfühlen. Kompromisse finden, verhandeln, Grenzen ausloten: Das verbindet Sport und Steuerverwaltung. 

Sie hatten Jura studiert und das ­Anwaltspatent erworben. Haben Sie einen besonderen Gerechtigkeitssinn?

Ja, der Gerechtigkeitssinn zieht sich durch mein Leben. Es ärgert mich, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle. Deshalb achte ich in den Spielen darauf, dass es niemandem so ergeht. Es ist vielleicht kein Zufall, dass es unter meinen Schiedsrichter-Kollegen viele Polizisten gibt. Ein gewisses Mass an Gerechtigkeits-
flair muss man schon mitbringen.

Was macht eine gute Schiedsrichterin aus?

Der oder die «Schiri» ist am besten, wenn man nach dem Spiel gar nicht über die Entscheide spricht. Fehler passieren. Entscheidend ist die Art der Fehler. Ein klares Foul nicht zu sanktionieren, das sollte zum Beispiel nicht vorkommen.

Wie vereinbaren Sie die beiden Tätigkeiten zeitlich?

Die flexiblen Arbeitszeiten beim Bund sind ein grosser Vorteil. Ich muss zwar um meine Termine vor Ort herumplanen, aber die sind in der Regel früh bekannt. Ich trainiere selber drei bis vier Stunden pro Woche, um für die Schiedsrichter-Tätigkeit fit zu bleiben. Dazu kommen Spielanalysen und Regeltechnik. Ohne das grosse Entgegenkommen meiner Arbeitgeberin wäre das nicht möglich. Ich gebe aber auch viel zurück. Die Steuerverwaltung profitiert von den Kompetenzen, die ich mir bei meiner Schiedsrichter-Tätigkeit aneigne, wie etwa Entscheidungs-, Kommunikations- und Kritikfähigkeit.

Wie sorgen Sie für Ihre Zukunft vor?

Ich bin 37 Jahre alt, fühle mich noch jung und mache mir über die Zeit nach der Pensionierung noch nicht viele Gedanken. Mit Einzahlungen in die Säule 3a habe ich früh angefangen. Bei PUBLICA habe ich schon mehrmals Einkäufe getätigt, um die Lücke zu füllen, die entstanden ist, als ich noch studiert und weniger verdient habe.

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