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Nr. 1 – 2021 Kennen Sie eigentlich ...?

Nr. 1 – 2021 Kennen Sie eigentlich ...?

Bild von Katrin Schneeberger

Katrin Schneeberger

Direktorin des Bundesamts für Umwelt BAFU

Wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?

Im Moment bin ich pandemiebedingt stark auf mein Büro zu Hause oder das Büro in der Papier­mühle in Ittigen fokussiert. Ich hoffe aber, bald wieder draussen sein zu können, vor Ort, nämlich da, wo sich die Fragen stellen. Da denke ich beispielsweise an eine Begehung zu Herdenschutzmassnahmen rund um die Wolfsproblematik oder an den sichtbaren Handlungsbedarf im Wald infolge des Klimawandels. Auch freue ich mich wieder auf physische Besprechungen mit unseren Stakeholdern aus Kantonen oder Verbänden. Ich bin keine «Schreibtischtäterin», sondern sehe gerne mit eigenen Augen, was Sache ist, und höre, was die Anliegen der Betroffenen sind. Das ist wertvoll im Hinblick auf die Erarbeitung einer guten Lösung. Auch die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern, z.B. den KollegInnen anderer Umweltämter, ist zentral.

Seit wann und weshalb arbeiten Sie beim BAFU?

Seit 1. September 2020 bin ich Direktorin des BAFU. Ich bin von Haus aus Geografin, beschäftige mich also seit langem mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen. Geografie war schon im Gymnasium mein Lieblingsfach, weil es um für die Gesellschaft relevante aktuelle Fragestellungen – damals Waldsterben, Entwicklungszusammenarbeit – geht. Ich bin Generalistin, verstehe also von vielem etwas, aber von nichts viel. Das ist eine gute Voraussetzung, um Fachthemen miteinander vernetzen zu können. Mit der Leitung des BAFU, der Fachbehörde für Umweltfragen, schliesst sich für mich ein Kreis. Es geht um Themen, die uns als Individuen, aber als auch Gesellschaft und für die Zukunft betreffen. Das BAFU leiten zu dürfen, ist eine grosse Ehre und Verantwortung – für mich eine Traumstelle. Hier kann ich die Umweltpolitik inhaltlich gestalten und die Organisation weiterentwickeln. 

Wie erklären Sie Ihrem Umfeld was Sie tun?

Das BAFU ist inhaltlich sehr vielfältig und beschäftigt sich mit zahlreichen Themen, von A wie Abfallwirtschaft über L wie Lichtemissionen bis Z wie Zulassung von Chemikalien. Entsprechend vielfältig sind meine Aufgaben. Als Fachamt ist das BAFU der Anwalt für Umweltanliegen. Ich nenne gerne aktuelle Beispiele, die mein Umfeld etwa aus den Medien kennt, um zu erklären, was ich tue: Ein aktuelles Beispiel ist, die Klimaerwärmung über die Reduktion der CO2-Emissionen einzudämmen – die Stimmbevölkerung wird im Juni über die entsprechende Totalrevision des CO2-Gesetzes entscheiden. Oder die Wolfsregulierung  – hier revidieren wir im Auftrag des Parlamentes die Jagdschutzverordnung. Auch das Ziel, den Artenverlust zu stoppen, erkläre ich meinem Umfeld – wie wir den Aktionsplan Biodiversität umsetzen, einen indirekten Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative ausarbeiten. Der breiten Bevölkerung meist gut bekannt ist die Thematik, weniger Abfall zu produzieren, Recycling zu fördern – also die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Dazu erarbeitet das Parlament im Moment Vorschläge. Es sind alles sehr politische Themen, bei denen es verschiedene Interessen und Anliegen abzuwägen gilt.

Woran merken Sie, dass Sie älter werden?

Mir ist sehr wohl in meinem «mittleren» Alter. Es ist toll, noch «voll im Saft» zu sein, aber nicht mehr alles ausprobieren zu müssen. Das Älterwerden merke ich vor allem daran, dass die Kinder meiner Schwester oder meiner FreundInnen in der Zwischenzeit auch schon erwachsen sind. Die grössere berufliche Erfahrung führt zudem dazu, dass ich gelassener bin und eine klarere Haltung einnehmen kann. 

Wie sorgen Sie persönlich für Ihre Zukunft vor?

Im versicherungstechnischen Sinn schlecht. Ich bezahle Säule 3a, damit hat es sich. Ich bin da etwas fatalistisch und gehe davon aus, dass es sowieso anders kommt, als man denkt. Ich bin privilegiert, es geht mir privat und beruflich gut. 
Wichtiger ist für mich, dafür zu sorgen, dass es auch den nächsten Generationen, also unseren Kindern und Enkelkindern, noch so gut geht. Und da gibt es wichtige Themen, die wir jetzt angehen müssen: Klimaerwärmung bremsen, dem Biodiversitätsverlust entgegenwirken, Kreislaufwirtschaft stärken und den ökologischen Fussabdruck verkleinern. Wenn wir jetzt nicht handeln, hinterlassen wir der nächsten Generation ein schweres Erbe. Deshalb ist es für mich sinnstiftend, beim BAFU zu arbeiten.

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