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Nr. 1 – 2020 Wenn ich einmal pensioniert bin ...

Nr. 1 – 2020 Wenn ich einmal pensioniert bin ...

 

Maria Chiara Saraceni

Fürsprecherin Bundesamt für Justiz BJ

Foto von Maria Chiara Saraceni (im Homeoffice seit 19. April 2020)

Maria Chiara Saraceni

Fürsprecherin Bundesamt für Justiz BJ (im «coronabedingten» Home-Office)

Ich schon bald in Pension? Das war doch erst noch so weit weg. Ich fühle mich doch noch so jung …
 
Und doch: In vier Jahren ist es so weit, ich kann es nicht mehr vor mir selbst verheimlichen. Denn seit einiger Zeit kriege ich ein 50plus-Magazin und Kursangebote für die Vorbereitung auf die Pensionierung, Informationen über Seniorenwohnungen und Seniorinnenrabattkarten, Werbung für die reifere Haut.


Ich arbeite seit über 30 Jahren in der Bundesverwaltung als Fürsprecherin. Vor einem Jahr hatte ich die Chance, nochmals die Stelle zu wechseln und bin jetzt im Bundesamt für Justiz tätig. Dieser Wechsel war wie ein Vitaminkick! Neue Themen, neue Leute, neuer Arbeitsplatz. Deshalb wird es mir seltsam vorkommen, nicht mehr zu arbeiten. Einzig das frühe Aufstehen wird mir nicht fehlen. Ich bin ein Morgenmuffel und brauche ziemlich lange, bis ich in die Gänge komme.

Was ich am meisten vermissen werde, ist der Kontakt zu anderen Menschen. Deshalb habe ich mich bereits erkundigt, was es für Möglichkeiten gibt, um nicht plötzlich da zu stehen und nicht zu wissen, was ich mit meiner Zeit anfangen soll. Und ich habe festgestellt, dass es ein Riesenangebot an Freiwilligenarbeit gibt.
Ich habe auch schon damit angefangen, in einem Altersheim in der Cafeteria zu arbeiten. Nach dem Motto: Etwas völlig Neues ausprobieren, das ich noch nie gemacht habe. Es gibt unzählige Gebiete, in denen ich mir vorstellen könnte, freiwillig zu arbeiten: Aushelfen bei Anlässen, Nachhilfe geben, Begleitung von Menschen mit Behinderungen, Leute im Spital besuchen, in einem Museum aushelfen ... Einfach zu Hause rumsitzen, kann ich mir nicht vorstellen, auch weil mein Partner jünger ist und noch ein paar Jahre arbeiten wird.
 
Und dann kann ich endlich die Bücherbeigen neben meinem Bett, die schon bedenklich wackeln, abarbeiten. Nicht nur die Schlagzeile auf der ersten Seite der Zeitung, sondern den ganzen Artikel lesen. Den ganzen Tag im Pyjama verbringen und eine Serie bingewatchen. Spontan ein Apéro mit einer Bekannten, die ich zufällig getroffen habe, trinken gehen, ohne weiterhetzen zu müssen. Tonnenweise Kuchen backen. Für alle meine Lieben Pullover stricken. Zu Stosszeiten einkaufen gehen, nur dann ohne Stress.
 
Doch noch ist es nicht so weit und ich lebe im Moment. Und vielleicht kommt alles ganz anders und ich hüte Enkelkinder.

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