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Nr. 1 – 2020 Kennen Sie eigentlich ...?

Nr. 1 – 2020 Kennen Sie eigentlich ...?

Nicoletta della Valle

Direktorin – fedpol

Foto von Direktorin – fedpol

Nicoletta della Valle

Direktorin – fedpol

Wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?

Langweilig. Ein Tisch, ein Computer und für das Wenige, was noch nicht digital funktioniert, habe ich immer einen grünen Filzstift bereit. Das Rundherum hingegen ist spannend, denn ich arbeite im Multispace-Büro. Gleich neben meinem Tisch hat der stellvertretende Direktor seinen Arbeitsplatz und wir sind umgeben von unseren Stabsmitarbeitern und Stabsmitarbeiterinnen und Assistentinnen. Die Wege waren nie kürzer, die Absprachen nie effizienter. In einem Einzelbüro würde ich es nicht mehr aushalten.

Seit wann und weshalb arbeiten Sie bei fedpol?

Ich war von 2006 bis 2011 stellvertretende Direktorin und Ressourcenchefin von fedpol, 2014 bin ich als Direktorin zurückgekehrt. Schon das zeigt: fedpol hat mich gepackt. fedpol ist mehr als Polizei. Unsere Missionen sind nicht nur spannend, sondern auch vielfältig. fedpol bekämpft die Schwerstkriminalität, ermittelt im Auftrag des Bundesanwaltes in Bundesstrafverfahren. fedpol koordiniert und unterstützt die Kantone bei der Bekämpfung der transnationalen Kriminalität. Kriminalität macht ja weder vor Kantons-, noch vor Landesgrenzen halt. Umso wichtiger ist die Rolle von fedpol als SPOC1 in der internationalen Polizeikooperation. Was viele nicht wissen: fedpol ist verantwortlich für die täglichen Arbeitsinstrumente von Polizei- und Migrationsbehörden wie die Fingerabdruckdatenbank oder das Fahndungssystem. Aber auch der Schweizer Pass und die Identitätskarte werden bei fedpol weiterentwickelt. Und schliesslich ist fedpol auch verantwortlich für den Schutz unserer Magistratspersonen. All das und die Verantwortung für rund 1‘000 Mitarbeiter*innen und ein Budget von CHF 250 Mio machen meinen Job so spannend. Jeder Tag ist anders, jeder Tag bietet neue Überraschungen. Bei uns heisst es: Die Lage bestimmt den Auftrag.

Wie erklären Sie Ihren Kindern (Ihren Freundinnen und Freunden), was Sie tun?

Die Kriminalität ist immer ein Abbild unserer Gesellschaft. Sie findet heute global und über alle Landes- und Kantonsgrenzen hinweg statt. Sie nutzt moderne Technologie. So rasant wie sich unsere Welt entwickelt, so tut es auch die Kriminalität. Es ist meine Aufgabe, fedpol dafür fit halten, fit zu machen. Zwei Beispiele: Um die Kriminalität von heute zu bekämpfen, müssen wir noch mehr in die nationale und internationale Kooperation investieren. Die Digitalisierung, die neuen Technologien bescheren uns riesige Datenmengen und diese erst noch verschlüsselt. Um die buchstäbliche Nadel im Heuhaufen zu finden, die Daten zu analysieren und rechtzeitig verfügbar zu machen, brauchen wir gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und kluge Technologien. Eine meiner Aufgaben ist es, die Politik davon zu überzeugen, fedpol die notwendigen Mittel – Ressourcen und Rechtsgrundlagen – zu geben, damit wir unseren Auftrag erfüllen können.

Woran merken Sie, dass Sie älter werden?

Leider bin ich nicht geduldiger geworden. Im Gegenteil. Aber ich merke, dass ich mehr und längere Erholungsphasen brauche. Ich brauche leider immer noch viel Schlaf. Und wenn ich meinen Morgensport nicht mache, geht es mir schlecht und meine Mitarbeiter*innen leiden … Ich bin nach wie vor sehr neugierig, lerne gerne und probiere jedes neue Gadget aus, wobei ich mir dann schon von den Jungen helfen lassen muss. Aber schon klar, ich werde älter, auch wenn ich das oft selber nicht wahrhaben will. Es wird einem von jüngeren Mitarbeiter*innen oder den eigenen Kindern jeweils schonungslos aufgezeigt. Aber das Älterwerden hat auch viele Vorteile: die Erfahrung ist von nicht zu unterschätzendem Wert. Oft antizipiere ich Reaktionen und Ereignisse, die meine jüngeren Mitarbeiter*innen nicht einmal erahnen. Dann werde ich eben manchmal ungeduldig.  Dann muss ich aufpassen, mich nicht wie eine grummelnde Alte zu verhalten und allen zu sagen, «seht Ihr, ich habe es Euch ja gesagt».

Wie sorgen Sie persönlich für Ihre Zukunft vor?

Es hat mich sehr gefreut, dass Frauen beim Bund nun auch bis 65 arbeiten dürfen. Aber Scherz beiseite. In meinem Job weiss frau nie, wann es zu Ende ist. Es ist ein klassischer Schleudersitz-Job. Deshalb führe ich seit Jahren eine sogenannte «Bucket-List» mit all den Sachen, die ich nach fedpol machen möchte: zum Beispiel mit meinem Mann zusammen einen Campingplatz mit Bar betreiben, eine kleine Radiostation, ein Unterstützungsprojekt für unterprivilegierte Jugendliche, Portraitzeichnen, Saxophonspielen, Tangotanzen, Kung-Fu und und. Und natürlich schaue ich regelmässig meinen PUBLICA-Plan an, damit ich mir all dies dereinst auch werde leisten können.

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