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Nr. 1 – 2020 Editorial

Nr. 1 – 2020 Editorial

Foto von Präsident Kassenkommission

Matthias Remund

Präsident Kassenkommission

Liebe Leserin, lieber Leser
 
Nichts ist mehr so, wie es war, seit COVID-19 uns dazu gezwungen hat, unser Verhalten grundlegend umzustellen: weltweit und von einem Tag auf den anderen. Viele von uns haben erst mit der Zeit begriffen, was das für jede einzelne und jeden einzelnen von uns bedeutet. Verständlicherweise, denn wie hätten wir auch für eine Krise solchen Ausmasses gewappnet sein können?
 
Wie bereitwillig wir in einer Notlage unser äusseres Verhalten verändern, hängt von unserer inneren Haltung ab, von unserem Verständnis, welche Rolle wir als Individuum in der Gemeinschaft und in der Gesellschaft spielen wollen, und von unserer Bereitschaft, dafür Verantwortung zu übernehmen. In der aktuellen Coronakrise bedeutet Verantwortung vor allem Solidarität: Solidarität mit den Menschen, deren Leben in Gefahr ist, Solidarität mit den Menschen, deren Existenz auf dem Spiel steht, und Solidarität mit dem medizinischen Personal, das sich bis zur Erschöpfung um die Kranken kümmert.
 
Solidarität zwischen den Generationen ist das tragende Prinzip des schweizerischen Vorsorgesystems – explizit und umfassend bei der ersten Säule, implizit und punktuell bei der zweiten Säule: Wenn Pensionskassen die erforderliche Sollrendite nicht mehr erwirtschaften können, ist der Anteil der effektiv erzielten Renditen, der in die Mitfinanzierung der laufenden Renten fliesst, grösser als derjenige, der in Form von Zinsen den Vorsorgeguthaben der Versicherten zugeschrieben werden kann. Angesichts der zunehmenden Lebenserwartung der Rentenbeziehenden und vor dem Hintergrund der angespannten Lage an den Finanzmärkten wird sich daran – weit über die Coronakrise hinaus – nichts ändern.
 
Es wird eine Zeit nach COVID-19 geben. Dass dann alles wieder so sein wird, wie es war, ist unwahrscheinlich. Krisen bieten bekanntlich auch Chancen. Nutzen wir also die sprichwörtliche Gunst der Stunde, um nebst Schaden auch Nutzen aus der aktuellen Notlage ziehen zu können. Zu diesem Zweck müssen wir – als Gesellschaft, als Gemeinschaft, als Individuum – unsere Werthaltungen überdenken und uns fragen: Wofür haben wir uns bisher engagiert, und wofür wollen wir uns in Zukunft engagieren? Wir als PUBLICA haben uns von Gesetzes wegen und aus Überzeugung für die Interessen der Versicherten und Rentenbeziehenden stark gemacht. Davon werden wir auch in Zukunft nicht abweichen. So wird PUBLICA das ihr anvertraute Vermögen weiterhin verantwortungsbewusst investieren und nicht die riskante schnelle, sondern die nachhaltige Rendite suchen. Langfristig verspricht diese Haltung, kombiniert mit einem breit diversifizierten Portfolio, die besten Erfolgschancen, sodass wir auch für künftige Krisen gewappnet sein werden.  
 
Eigentlich hätte ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, an dieser Stelle den neuen Direktor oder die neue Direktorin von PUBLICA vorstellen wollen. Aber, wie Sie sicher ahnen, mussten wir das Wahlgeschäft wegen des Coronavirus auf einen Termin nach Redaktionsschluss des Magazins verschieben. Das hindert mich aber nicht daran, hier und heute, dem per Ende September 2020 scheidenden Direktor Dieter Stohler im Namen der Kassenkommission ganz herzlich für sein knapp neun Jahre langes Engagement zu danken. In der Rubrik «PUBLICA informiert» dieses Magazins äussert er sich zu seiner PUBLICA-Zeit und zu seinen weiteren Plänen als angehender Frühpensionär. Ich wünsche dir, lieber Dieter, beste Gesundheit und alles Gute auf deinem weiteren Lebensweg.
 
Liebe Leserinnen und Leser: Bleiben auch Sie gesund und bitte weiterhin solidarisch!
 
Matthias Remund
Präsident Kassenkommission

Pensionskasse des Bundes
PUBLICA

Eigerstrasse 57
3007 Bern
Schweiz

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