Publica Logo

Nr. 1 – 2019 Fokus

Nr. 1 – 2019 Fokus

Nachhaltigkeitsstrategien in der
Vermögensverwaltung

Nachhaltigkeit ist ein Schlüsselbegriff bei der Suche nach wirksamen Antworten auf die dringendsten gesellschaftlichen Herausforderungen. Er ist gleichermassen für den Mikrokosmos einer Privatperson wie für den Makrokosmos eines privaten oder öffentlichen Unternehmens anwendbar und folglich auch für das Universum eines institutionellen Anlegers. Aber wie sieht nachhaltiges Handeln in der Vermögensverwaltung konkret aus? Gibt es auf Pensionskassen zugeschnittene Nachhaltigkeitsstrategien? Und mit welchen Massnahmen realisiert PUBLICA nachhaltige Taten?

In dieser und weiteren Ausgaben unseres Kundenmagazins wollen wir Ihnen die Betrachtungs- und Herangehensweise von PUBLICA an eine nachhaltige Vermögensverwaltung an konkreten Beispielen aufzeigen. Daraus soll ersichtlich werden, dass PUBLICA darauf bedacht ist, ihren gesetzlichen Auftrag breit­flächig möglichst nachhaltig umzusetzen. Im Fokus dieser Folge stehen die Aktionärsrechte. 

Nachhaltigkeit durch Ausübung der Aktionärsrechte

Bei kleinen Unternehmen sind die Eigentümer oft Hauptaktionäre, wenn nicht gar die einzigen Aktionäre. Ihre finanziellen Interessen decken sich weitgehend mit denen des Unternehmens und ihr Einfluss auf das Unternehmen ist gross und sehr direkt. So ist in vielen Fällen der Eigentümer auch CEO und Verwaltungsrat in einer Person.

Bei börsenkotierten Unternehmen sind die Aktionäre Eigentümer des Unternehmens. Sie sind in der Regel sehr zahlreich und besitzen nur einen kleinen Teil des Unternehmens – man spricht daher von Minderheitsaktionären. Eine direkte Unternehmensführung durch eine grosse Anzahl Minderheitsaktionäre ist in der Praxis nicht möglich. PUBLICA ist Minderheitsaktionärin bei allen von ihr gehaltenen Aktien.

Das weltweit investierte und breit diversifizierte Aktienportfolio von PUBLICA umfasst rund 8‘000 Unternehmen in 60 Ländern. Um sicherzustellen, dass die finanziellen Interessen der Minderheitsaktionäre mit denen der Unternehmen deckungsgleich sind, sieht das Aktionärsrecht eine Delegation der Unternehmensführung an den Verwaltungsrat vor. Der Verwaltungsrat wird durch die Aktionäre gewählt. Er formuliert die Unternehmensstrategie und gewährleistet eine möglichst effiziente Führung des Unternehmens. Zu diesem Zweck kann er die operative Führung an eine Geschäftsleitung delegieren. Der Einfluss von Minderheitsaktionären bei börsengehandelten Firmen ist somit nur indirekt und eher klein. PUBLICA hält im Durchschnitt einen Anteil von 0,1 Prozent an Schweizer Unternehmen. Bei ausländischen Unternehmen sind es nur 0,01 Prozent.

Dennoch erfüllt die Ausübung der Stimmrechte eine wichtige Funktion. Sie diszipliniert und sendet klare Signale an die Verwaltungsräte. So gilt beispielsweise bei einer Wiederwahl von Verwaltungsratsmitgliedern eine Zustimmung von weniger als 90 Prozent bereits als ein Miss­trauensvotum.

PUBLICA übt ihre Stimmrechte für Schweizer Unternehmen bereits seit 2006 aus und publiziert ihr Abstimmungsverhalten seit 2014 auf ihrer Webseite, also seit dem In-Kraft-Treten der Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften (SR 221.331, VegüV, basierend auf der sog. «Minderinitiative»). Bei der Ausübung der Stimmrechte orientiert sich PUBLICA an den langfristigen Interessen ihrer Versicherten. Konkret bedeutet dies unter anderem, dass sich der Verwaltungsrat einer grossen Firma aus unabhängigen Vertreterinnen und Vertretern mit unterschiedlichen Fähigkeiten und solchen aus dem Umfeld des Unternehmens zusammensetzen und maximal 12 Mitglieder zählen sollte. Ein Verwaltungsratsmitglied sollte zudem nicht mehr als fünf Mandate innehaben und an möglichst allen Sitzungen des Gremiums teilnehmen können. Aufgrund dieser Überlegungen hat PUBLICA an den Generalversammlungen von 2018 rund 12 Prozent der vorgeschlagenen Kandidaturen für die Wahl in den Verwaltungsrat abgelehnt.

Nebst der Wahl der obersten Organe sind die Verwendung des Bilanzgewinns, der Dividendenvorschlag und die Vergütung der Mitglieder der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats wichtige Traktanden an den Generalversammlungen. 2018 hat PUBLICA bei den von ihr gehaltenen Schweizer Unternehmen rund die Hälfte aller Vergütungsberichte abgelehnt. Die Gründe für die Ablehnung waren entweder Vergütungen im zweistelligen Millionenbereich, nicht nachvollziehbare bzw. intransparente Vergütungssysteme oder Entlöhnungen, die nicht in Einklang mit der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens sind.

Insgesamt erachtet PUBLICA Qualität und Effizienz der Unternehmensführung bei
Schweizer Unternehmen als sehr gut.

Pensionskasse des Bundes
PUBLICA

Eigerstrasse 57
3007 Bern
Schweiz

PUBLICA hat eine gesetzliche Informationspflicht gegenüber den Versicherten und Rentenbeziehenden. Aus diesem Grund werden wir Ihnen auch in Zukunft jede Ausgabe unseres E-Magazins zustellen. Das E-Magazin von PUBLICA erscheint zweimal jährlich.