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Nr. 1 – 2018 Editorial

Nr. 1 – 2018 Editorial

Die Entscheidungen sind getroffen

Dieter Stohler

Direktor PUBLICA

Liebe Leserin, lieber Leser

Die Senkung des Umwandlungssatzes per Anfang 2019 ist nun Tatsache. Ein solcher Schritt ist weder einfach, noch darf man ihn auf die leichte Schulter nehmen. Es geht schliesslich im Ergebnis um die Höhe der Vorsorgeleistungen. Währenddem die Ausgangslage (tiefes Zinsniveau, steigende Lebenserwartung) anerkannt und der Handlungsbedarf der Kassenkommission im Grundsatz unbestritten war, erwies sich die Suche nach einer angemessenen Abfederung als schwierig. Dies aus den folgenden Gründen: Einerseits ist der Einschnitt recht gross. Der neue Umwandlungssatz ist rund 10 Prozent tiefer als der bisherige. Dies voll auszugleichen, war schlicht nicht finanzierbar, insbesondere nachdem bereits nur vier Jahre zuvor, Anfang 2015, ein nahezu voller Ausgleich mehrheitlich zu Lasten der Kasse finanziert wurde. Dass das Parlament die vom Bundesrat für das Vorsorgewerk Bund beantragten Mittel dann nicht bewilligt hat, machte die Sache nicht einfacher.

So war auch bei diesem Geschäft eine Abwägung der Interessen gefragt. Ein zu hoher Umwandlungssatz bewirkt Finanzierungs- und Deckungslücken, was auf künftige Generationen zurückfällt. Auf der anderen Seite soll mit den Vorsorgeleistungen – zusammen mit der AHV – «die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise» ermöglicht werden, so steht es in der Bundesverfassung. Die paritätischen Führungsorgane bzw. die Sozialpartner waren gefordert. Jetzt liegen die definitiven Ergebnisse vor. Tatsache ist, dass sich alle Beteiligten «bewegen» mussten: Für die Versicherten resultieren zumeist tiefere Renten und teilweise höhere Beiträge. Die Arbeitgeber übernehmen zumeist höhere Beiträge. Und bei den Vorsorgewerken werden Rückstellungen aufgelöst und der nicht finanzierte Teil dem Deckungsgrad belastet, welcher damit um ein paar Prozentpunkte absinken wird. Auch die Kassenkommission hätte einen noch tieferen Umwandlungssatz festlegen können (oder sollen). Das gute Geschäftsjahr 2017 hat ebenfalls mit dazu beigetragen, dass nun diese Lösung gefunden wurde.

Ich wage nun keineswegs zu behaupten, dass alle damit zufrieden sind. Zu unterschiedlich sind die Standpunkte, zu unterschiedlich ist die Betroffenheit. Persönlich bin ich jedoch davon überzeugt, dass – über alles gesehen – dieser Kompromiss das Attribut «vernünftig» verdient und dass durchaus eine gewisse «Opfersymmetrie» bezüglich der Verteilung der Mehrbelastungen bzw. der Leistungsreduktionen festgestellt werden kann. Das Vorsorgeziel als Ganzes ist m.E. auch mit diesem etwas «enger geschnallten Gürtel» nicht infrage gestellt. Für die heutigen Rentenbeziehenden ändert sich damit nichts.

Das Thema «Anpassung der technischen Parameter» bildet den Schwerpunkt dieser Ausgabe unseres Kundenmagazins. Es ist uns ein stetes Anliegen, Sie als Versicherte bestmöglich zu informieren. Deshalb empfehlen wir Ihnen die Lektüre der entsprechenden Hintergründe und Erläuterungen in diesem E-Magazin. Nützliche Informationen stehen auch auf unserer Website publica.ch. Und für zusätzliche Fragen steht das Team von PUBLICA gerne zu Ihrer Verfügung.

Dieter Stohler
Direktor PUBLICA

Pensionskasse des Bundes
PUBLICA

Eigerstrasse 57
3007 Bern
Schweiz

PUBLICA hat eine gesetzliche Informationspflicht gegenüber den Versicherten und Rentenbeziehenden. Aus diesem Grund werden wir Ihnen auch in Zukunft jede Ausgabe unseres E-Magazins zustellen. Das E-Magazin von PUBLICA erscheint zweimal jährlich.