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Nr. 1 – 2017 Wenn ich einmal pensioniert bin...

Nr. 1 – 2017 Wenn ich einmal pensioniert bin...

Daniel Burgunder
Leiter des Geschäftsbereichs Vorsorge von PUBLICA

Daniel Burgunder

Leiter Vorsorge

Woher kamen Sie, als Sie vor über 20 Jahren Ihre neue Stelle bei PUBLICA antraten?

Meinen beruflichen Fussabdruck findet man bei der Armee – im damaligen «Oberkriegskommissariat» – und beim Institut – vormals Bundesamt – für geistiges Eigentum. Mehrheitlich waren es logistische, organisatorische und berufsvorsor­gliche Arbeitsinhalte und Projekte, die meine jeweiligen Tätigkeiten prägten. Ich setzte den Fokus aber stets auf den Menschen, den Menschen als Kunde und Partner.

Wie erlebten Sie PUBLICA damals?

Turbulent! Und ich war irritiert ob der Flut von Schwierigkeiten, welche mir die Vorgängerorganisation der heutigen PUBLICA offenlegte. Der Start war geprägt von unübersichtlichen Mängeln, welche einer Richtigstellung bedurften. Die Herausforderung war gross. Es ging um nichts Geringeres, als dabei mitzuhelfen, eine Vorsorgeeinrichtung mit einem ausgesprochen schlechten Image wieder in einen «normalen Zustand» zurückzuführen. Genau darin lag aber auch der Kick, die Motivation, mich für diese Aufgabe zu engagieren. Ich bereue es keinen Moment, an diesem Veränderungsprozess mitgewirkt zu haben.  

Haben sich die Aufgaben seither inhaltlich verändert?

Grundsätzlich nicht, denn die Kernaufgaben einer Vorsorgeeinrichtung sind gegeben. Andererseits waren eine Restrukturierung der Vorsorgeeinrichtung sowie versicherungstech­nische und administrative Anpassungen un­umgänglich. Nur so war sicherzustellen, dass PUBLICA die gesetzlichen Vorgaben und die Erwartungen der Teilhaber – auch in Zukunft – marktkonform erfüllen kann. Kummer haben mir die stetig zunehmenden Aufgaben bereitet, die der Gesetzgeber der 2. Säule aufbürdet. Sie verursachen Mehraufwand, Kosten und tragen nur selten zur besseren Verständlichkeit und zur Akzeptanz der beruflichen Vorsorge bei.

Wie hat sich die Arbeitsweise in den letzten 20 Jahren verändert?

Ich behaupte einmal, dass sich die Arbeitsweise massiv verändert hat. Die Arbeitgeber, die Versicherten – sie alle werden heute als Kunden gepflegt und nicht mehr als Störfaktor wahr­genommen. Zudem stellen wir uns dem Vorsorgemarkt und arbeiten folglich kundenorientierter und kostenbewusster. Fakt ist, dass der Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat zu mehr Transparenz geführt hat und dass dadurch das öffentliche Vertrauen in die Produkte von PUBLICA gestärkt wurde.

PUBLICA ist eine komplexe Sammel­einrichtung, der 20 unabhängige Vorsorgewerke angeschlossen sind: Hat der administrative Aufwand zu- oder abgenommen?

Die Zahlen sprechen für sich: Seit 2008 – seit dem Wechsel zur Sammeleinrichtung und zum Beitragsprimat – mussten mehrere natürliche Abgänge von Mitarbeitenden des Geschäftsbereichs Vorsorge nicht kompensiert werden. Parallel dazu erhöhte sich in diesem Zeitraum der zu betreuende Versichertenbestand um 10’000 Personen. Dass dies möglich war, ist nicht zuletzt stetigen Prozessoptimierungen und einem hohen Automatisierungsgrad zu ver­danken.

Alle bei PUBLICA Versicherten kennen Ihre Unterschrift. Gab es aber auch persönliche Kontakte mit den über 100’000 Versicherten und Rentenbe­ziehenden?

Im Rahmen von Informationsveranstaltungen und Präsentationen ergaben sich viele persönliche Kontakte. Diese waren mir sehr wichtig, konnte ich doch so die Befindlichkeit unserer Kundschaft direkt erfahren und spüren, wo der Schuh drückt. Erfreulicherweise hat sich nur selten ein verärgerter Versicherter oder eine verängstigte Rentnerin bei mir gemeldet. Das spricht für die hohe Servicequalität der Kundenbetreuenden von PUBLICA.  

In welche Richtung haben sich die Bedürfnisse und Erwartungen bzw.
Wünsche der Kundschaft entwickelt?

Leider muss ich feststellen, dass sich die Mehrheit der Versicherten – nach wie vor – zu wenig und eher zu spät mit der beruflichen Vorsorge auseinandersetzt. Ein erster konkreter Kontakt entsteht meistens erst dann, wenn ein Kauf von Wohneigentum ansteht, eine Scheidung unausweichlich ist, oder wenn sich die Pensionierung am Horizont abzeichnet. Wichtig wäre, dass der Jahrzehnte dauernde Sparprozess frühzeitig beeinflusst wird, beispielsweise mit freiwilligen Sparbeiträgen, um einen Mehrwert schaffen zu können. Sorgen bereitet der Kundschaft die Tatsache, dass künftig unverminderte Rentenleistungen ihren Preis haben: sei dies ein längerer Verbleib in der Arbeitswelt und/oder seien dies höhere Sparbeiträge.     

Welche schönen Erinnerungen an die Berufsjahre bei PUBLICA nehmen Sie in die Pension mit?

Davon gibt’s glücklicherweise viele, aber nur eine ist die schönste: Und zwar die, es geschafft zu haben, mit einem Team von durchhaltewilligen, zielstrebigen und motivierten Kolleginnen und Kollegen den Wandel von der Chaos-Kasse zur Vorzeige-Vorsorgeeinrichtung erfolgreich mitgestaltet zu haben. Das ist, wie wenn man sich als Eishockeyteam ein «Last-Minute-Ticket» für die Playoffs erkämpft hat, am Schluss jedoch den Schweizermeisterkübel hochstemmen kann. Mit grosser Dankbarkeit werde ich mich stets gerne daran erinnern.

Welche Herausforderungen wird der Bereich Vorsorge meistern müssen?

Damit den Verpflichtungen gegenüber den Versicherten und Rentenbeziehenden langfristig nachgekommen werden kann, braucht es laufend Anpassungen, die dem finanziellen Umfeld und der weiter steigenden Lebenserwartung Rechnung tragen. Die Aufgabe des Bereichs Vorsorge wird es sein, die von der Kassenkommission PUBLICA und den paritätischen Organen der Vorsorgewerke festgelegten technischen Anpassungen und deren Begleitmassnahmen zeitgerecht und empfängerorientiert umzusetzen. Mit zunehmender Komplexität solcher Anpassungen ist dies eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Da sich PUBLICA dem Markt stellt und die führende Sammeleinrichtung der zweiten Säule bleiben will, ist es wichtig, dass der Bereich Vorsorge technisch à jour bleibt, um die Bedürfnisse der Kundschaft frühzeitig erkennen und erfüllen zu können. Ein direkter und jederzeit möglicher Zugriff auf das persönliche Vorsorgekonto mit Simulationsmöglichkeiten, sei es mittels PC oder mittels Mobiltelefon, wird künftig Standard sein. Die dafür notwendigen Anpassungen sind bereits angegangen worden.

Welche persönlichen Pläne haben Sie?

Da mein beruflicher Alltag ohne Weitblick kaum erfolgsversprechend abgelaufen wäre, werde ich vorerst keine Pläne schmieden oder Projekte starten, sondern mich von der Spontaneität verschleppen lassen. Nicht auszuschliessen ist, dass der Burgunder den flüssigen Burgunder irgendwo und irgendwann – nach dem Motto «zurück zu den Wurzeln» – über die Theke reicht, oder ein gemeinnütziges Engagement eingeht.

Wo verbringen Sie den August 2017?

Im Thuner «Strämu», dem schönsten Strandbad, sowie auf dem Bike und auf Schusters Rappen in unseren Bergen, zusammen mit meiner lieben Frau und Freunden – sofern das Wetter uns wohlgesonnen ist.

Alles Gute und vielen Dank!

Für Daniel Burgunder beginnt «einmal» am 1. August 2017. Von den
40 Jahren, die er im Dienste der Bundesverwaltung tätig war, fiel mehr als die Hälfte auf die Zeit bei PUBLICA. Als Leiter Vorsorge war Daniel Burgunder auch der Hauptverantwortliche für die Betreuung von rund 100’000 Ver­sicherten und Rentenbeziehenden. Diese Aufgabe nahm er nicht nur mit grossem Sachverstand wahr, sondern auch mit sehr viel Engagement für die Destinatäre. Ihr Wohlergehen war ihm ein persönliches Anliegen. Das PUBLICA-Team schätzte Daniel Burgunder als Teamplayer und Coach einer Mannschaft, die nicht nur einen «Kübel» hoch­stemmen konnte...

Wir wünschen Daniel Burgunder einen guten Wechsel in den aktiven Ruhestand, beste Gesundheit und viele schöne Stunden bei seinen ausserberuflichen Leidenschaften: der Aviatik, dem Kochen und dem SCB.

Pensionskasse des Bundes
PUBLICA

Eigerstrasse 57
3007 Bern
Schweiz

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