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PUBLICA informiert Anpassung der technischen Parameter per 1. Januar 2019

PUBLICA informiert Anpassung der technischen Parameter per 1. Januar 2019

Nach der dreimonatigen Vernehmlassung bei den paritätischen Organen der angeschlossenen offenen Vorsorgewerke hat die Kassenkommission PUBLICA erste Entscheide gefällt (Stand Ende März 2017).

Oberstes Ziel von PUBLICA ist es, ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten und Rentenbeziehenden langfristig nachzukommen. Vor dem Hintergrund anhaltend tiefer Renditeerwartungen auf dem Anlagevermögen und steigender Lebensdauer hat die Kassenkommission PUBLICA im Herbst 2016 eine Anpassung der technischen Grundlagen und des Umwandlungssatzes ins Auge gefasst. Ende Oktober 2016 hatte PUBLICA die 13 offenen Vorsorgewerke eingeladen, zu den angedachten Massnahmen Stellung zu nehmen. Bis Ende Januar 2017 haben alle davon Gebrauch gemacht. PUBLICA hat in den darauffolgenden Wochen die Vernehmlassungsergebnisse ausgewertet und einzelne Vertretungen verschiedener Vorsorgewerke zur Anhörung bzw. Klärung ihrer Antworten eingeladen.

Die Vernehmlassung in Kürze

Zu den folgenden in Erwägung gezogenen Massnahmen sollten die paritätischen Organe der Vorsorgewerke Stellung nehmen:

  • Aktualisierung der technischen Grundlagen (Wechsel von BVG 2010 zu BVG 2015)
  • Senkung des technischen Zinssatzes für die offenen Vorsorgewerke auf 2% (bisher 2,75%)
  • Senkung des Umwandlungssatzes auf 5,09% (bisher 5,65% im Alter 65)
  • Umstellung per 01.07.2018
  • Übergangs- bzw. Abfederungsmassnahmen für die Übergangsgeneration ab Alter 58 mit «gesplitteten» Umwandlungssätzen (entspricht altersabhängigen Übergangsumwandlungssätzen)

Die aufgeführten Massnahmen führen zu einer Leistungseinbusse, sofern nicht das vorhandene Alterskapital und alle künftigen Sparbeiträge je um ca. 11% erhöht würden. Diese Massnahmen sind einschneidend, aber erforderlich. Werden die Rentenberechnungs-Grundlagen nicht den aktuellen Gegebenheiten angepasst, werden zu hohe Renten versprochen, die nach heutigen Erwartungen nicht ausreichend finanziert sind. Da laufende Renten nicht gekürzt werden dürfen, würde die Last der Nachfinanzierung auf die künftigen Genera­tionen überwälzt.

Auswertung der Antworten

Die Notwendigkeit von Anpassungen wurde von keinem Vorsorgewerk in Frage gestellt. Die Höhe des technischen Zinssatzes von neu 2% und die Aktualisierung der Grundlagen auf BVG 2015, Periodentafeln wurden akzeptiert und als angemessen empfunden. Auch der daraus resultierende Umwandlungssatz von 5,09% wurde von der grossen Mehrheit befürwortet. Daneben gab es vereinzelte Erklärungs- und Anpassungswünsche. Bei den Abfederungsmassnahmen wurden von den paritätischen Organen mehr (und zum Teil gegenläufige) Handlungsspielräume gefordert. Der geplante Zeitpunkt der Umstellung wurde mitunter als zu gedrängt erachtet.

Beschlüsse der Kassenkommission vom 24. März 2017

Gestützt auf diese Vernehmlassungsergebnisse hat die Kassenkommission nun die Weichen gestellt und erste Beschlüsse getroffen. Die weitgehend unbestrittenen neuen Parameter sind bestätigt: Der technische Zinssatz der offenen Vorsorgewerke wird auf 2,0% gesenkt. Bei den geschlossenen Vorsorgewerken beträgt der neue Satz 1,25%. Der Umwandlungssatz im Alter 65 wird dementsprechend auf 5,09% gesenkt. PUBLICA wechselt auf die Rechnungsgrundlagen BVG 2015, Periodentafeln. Die Anpassungen erfolgen nun per 1. Januar 2019, damit genügend Vorlaufzeit verbleibt, um die älteren Versicherten über die Auswirkungen auf Ihre Vorsorge zu informieren (Vergleich Vorher-Nachher). Es gilt auch für jedes Vorsorgewerk, über allfällige Übergangs- und Abfederungsmassnahmen (z.B. Einlagen, Erhöhung der Sparbeiträge, etc.) zu befinden.

Die nächsten Schritte

Die Kassenkommission wird als Nächstes über die Vorgaben zur minimalen Abfederung beschliessen. Anschliessend sind die paritätischen Organe der offenen Vorsorgewerke aufgefordert, die neuen Vorgaben umzusetzen. Die Organe werden sozialpartnerschaftlich darüber entscheiden, wie der neue Vorsorgeplan aussieht. Können zum (teilweisen) Erhalt des Leistungsniveaus die Sparbeiträge erhöht werden? Wer bezahlt wieviel? Sind Rückstell­ungen und Reserven vorhanden, welche zur Abfederung des tieferen Umwandlungssatzes eingesetzt werden können? Wie sieht die Verteilung aus? Ist der Arbeitgeber allenfalls bereit, Einlagen zu leisten? Solche und andere Fragen werden zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Erst dann können die Reglemente angepasst und anschliessend die Berechnungen für die Versicherten vorgenommen werden. Diejenigen Versicherten, welche eine vorzeitige Pensionierung beanspruchen können, erhalten von uns rechtzeitig unter Beachtung der Kündigungsfristen einen Vergleich über zahlenmässigen Auswirkungen per 1. Januar 2019 (Vorher-Nachher).

Für individuelle Leistungsberechnungen ist es zum jetzigen Zeitpunkt somit noch zu früh. Wir halten Sie regelmässig auf dem Laufenden. Einerseits in der nächsten Ausgabe von «Die Vorsorge», andererseits empfehlen wir den regelmässigen Besuch unserer Website (Rubrik «Aktuell» mit periodischen News).

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